Dreiundzwanzig

Nichts ist so wie es scheint

Beschreibung

Dreiundzwanzig Cover

Autor: Karl Koch

Verlag: dtv

Preis: 9,95 Euro

Bewertung:

Die wahre Geschichte des Hackers Karl Koch

“Dreiundzwanzig” erzählt die faszinierende und tragische Geschichte von Karl Koch, einem der ersten deutschen Hacker, der in den 1980ern Computernetze knackte und Daten an den KGB verkaufte.

Die Geschichte

Hannover, 1980er Jahre: Karl Koch, Spitzname “Hagbard”, ist ein brillanter aber labiler junger Hacker. Fasziniert von Science-Fiction (besonders “Illuminatus!”) und getrieben von Paranoia, dringt er mit Freunden in Computersysteme weltweit ein.

Die Entdeckung: Sie finden Sicherheitslücken in militärischen und wissenschaftlichen Netzwerken - und beschließen, die erbeuteten Daten an den KGB zu verkaufen.

Das Drama: Karl wird abhängig von Drogen, seine Paranoia wächst, und er gerät zwischen die Fronten des Kalten Krieges. 1989, kurz vor dem Mauerfall, wird er tot aufgefunden - offiziell Selbstmord.

Karl Koch (1965-1989)

Hagbard Celine: Sein Hacker-Pseudonym (aus “Illuminatus!”)

Der Chaos Computer Club: Hannoveraner Hacker-Szene

Psychisches Profil:

  • Hochintelligent
  • Drogenabhängig (Kokain)
  • Paranoid
  • Fasziniert von Verschwörungstheorien

Die Hacker-Gruppe

Karl Koch (Hagbard): Hauptfigur

Markus Hess: Mitstreiter

Peter Carl: Weiterer Hacker

Hans Hübner (Pengo): Später Whistleblower

Der Spionage-Fall

1986-1988: Die Gruppe hackt sich in:

  • US-Militärcomputer
  • NASA
  • CERN
  • Universitäten
  • Forschungseinrichtungen

Der Verkauf: Daten werden an KGB-Agenten verkauft

Die Enttarnung: Clifford Stoll, Astronom in Berkeley, bemerkt den Einbruch und beginnt, die Hacker zu jagen (dokumentiert in seinem Buch “The Cuckoo’s Egg”)

Der Prozess: Die Hacker werden 1990 zu Bewährungsstrafen verurteilt

Illuminatus! - Der Roman

Karl Koch war besessen vom Science-Fiction-Roman “Illuminatus!” von Robert Shea und Robert Anton Wilson:

  • Verschwörungstheorien
  • Geheimgesellschaften
  • Illuminaten, Diskordianismus
  • Vermischung von Realität und Paranoia

Seine Hacker-Identität “Hagbard” ist eine Romanfigur aus “Illuminatus!”. Koch konnte zunehmend nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden.

Der mysteriöse Tod

23. Mai 1989: Karl Koch wird tot in einem Waldstück nahe Celle gefunden

  • Verbrannt
  • Offiziell: Selbstmord
  • Verschwörungstheorien: KGB-Mord? BND-Verwicklung?
  • Die Wahrheit bleibt im Dunkeln

Die Zahl 23 (Buchtitel!) war für Koch von mystischer Bedeutung (Illuminatus!-Bezug).

Der Film “23 - Nichts ist so wie es scheint”

1998: Regisseur Hans-Christian Schmid verfilmt die Geschichte

  • Mit August Diehl als Karl Koch
  • Kritisch gefeiert
  • Deutscher Filmpreis
  • Zeigt die Hacker-Szene der 80er authentisch

Das Buch zum Film dokumentiert die reale Geschichte hinter dem Drama.

Die historische Bedeutung

Erster großer Hacker-Fall in Deutschland

Kalter Krieg: Zivilisten als Spione

Computer-Sicherheit: Aufdeckung massiver Sicherheitslücken

Hacker-Ethik: Diskussion über Verantwortung

Chaos Computer Club: Bekanntheit und Diskussion

Die 1980er Hacker-Szene

Btx (Bildschirmtext): Frühe Online-Welt der Deutschen Bundespost

Datex-P: Deutsche Computernetzwerke

Akustikkoppler: Modems zum Telefonhörer

Bulletin Board Systems (BBS): Frühe Online-Communities

Chaos Computer Club: Deutschlands berühmteste Hacker

Clifford Stoll - Der Jäger

Der Astronom Clifford Stoll bemerkte 75 Cent Unstimmigkeit in der Abrechnung - und verfolgte die Spur bis nach Deutschland. Sein Buch “The Cuckoo’s Egg” (deutsch: “Kuckucksei”) ist ein Klassiker über den Fall.

Themen

Hacker-Ethik: Wo sind die Grenzen?

Kalter Krieg: Letzte Zuckungen vor dem Mauerfall

Drogen und Paranoia: Selbstzerstörung eines Genies

Verschwörungstheorien: Realitätsverlust

Freundschaft und Verrat: Hacker-Gruppe zerbricht

Computer-Sicherheit: Pionierzeit der IT

Warum “23”?

In “Illuminatus!” ist die 23 eine mystische Zahl:

  • Überall versteckte Bedeutungen
  • Numerologie
  • Illuminaten-Symbolik

Karl Koch sah überall 23er:

  • Geboren am 23. Juli
  • Starb am 23. Mai
  • Seine Paranoia fokussierte sich darauf

Für wen geeignet?

  • Hacker-Interessierte: Pionierzeit des Hackings
  • True-Crime-Fans: Echter Spionagefall
  • 80er-Nostalgiker: Zeitdokument
  • Computer-Geschichte: IT-Archäologie
  • Verschwörungstheorien: Ungeklärte Fragen

Das Vermächtnis

Karl Kochs Geschichte ist:

  • Warnung: Vor Drogen und Realitätsverlust
  • Zeitdokument: Hacker-Szene der 80er
  • Mysterium: Ungeklärter Tod
  • Inspiration: Film, Bücher, Diskussionen

Zitate

“Die Geschichte eines Genies, das zwischen Paranoia und Realität den Boden unter den Füßen verlor.”

Weiterführende Medien

Film: “23 - Nichts ist so wie es scheint” (1998)

Buch: “The Cuckoo’s Egg” von Clifford Stoll

Dokumentationen: Diverse TV-Dokus über den Fall

Fazit

“Dreiundzwanzig” erzählt eine faszinierende, tragische Geschichte an der Schnittstelle von:

  • Kaltem Krieg und digitaler Revolution
  • Genie und Wahnsinn
  • Realität und Paranoia

Ein Muss für jeden, der sich für Hacker-Geschichte, True Crime oder die 1980er interessiert. Die Geschichte von Karl Koch ist unglaublich - und sie ist wahr.